Die Sonnenwenden

Im Jahreskreis sind die beiden Sonnenwenden im Julmond und im Brachet die höchsten Feiertage für uns germanische Heiden.

Die Wintersonnenwende (das Julfest) ist der Beginn eines neuen Jahreskreises, auf das zuerst die 12 Rauh- oder Mütternächte folgen, in denen die persönliche Zukunft für das folgende Jahr erschaut werden kann.

Die Sommersonnenwende ist die Zeit des Allthinges, zu dem sich die Thingversammlung trifft, den Göttern opfert und über die Zukunft beratschlägt.

Die Wintersonnenwende – Jólablót – Die geweihten Nächte

Das Julfest ist der Anfangszeitpunkt des Heidnischen Jahres. Ab diesem Tag werden die Tage wieder länger, die Nächte kürzer und die Kraft Baldurs beginnt wieder zu erstarken. Der Begriff Weihnachten geht auf die Bezeichnung geweihte Nächte zurück, welche die nachfolgenden zwölf Rauh- oder Mütternächte bezeichnen. Gefeiert wird das Julfest eigentlich vom 21. Julmond bis zum 02. Hartung. Diese elf Tage und zwölf Nächte gelten als besonders zauberkräftig und sollen den Menschen die Augen für die darauffolgenden zwölf Monate öffnen, da die Träume in diesen zwölf Nächten eben diesen zwölf Monaten des nächsten Jahres entsprechen.

Die Geschenke zum Julfest sollen bewirken, daß man reich wird und nicht mehr für sein Überleben arbeiten muß. Deshalb wird zum Julfest auch nicht gearbeitet. Wenn man zu Jul dem Pferde Oskis (Odin als Wunscherfüller) in den Stiefeln und Schuhen Hafer bereitstellt, so zeigt er sich mit Nüssen und Äpfeln als Gegengeschenk erkenntlich.

Als erstes der aufsteigenden Feste im Jahreskreis ist das Julfest ein Zeichen für die neue Herrschaft der Götter. Besondere Verehrung zum Julfest genießen hierbei Odin, die Nornen und die Alben.

Als Opfergaben zum Julfest sind besonders Eberfleisch (Juleber), Äpfel, Nüsse, Gebäck, Met und Bier geeignet.

Der Hausherr geht in den Rauhnächten durch das Haus und räuchert mit verschiedenen Baumharzen die Räume aus, und besprengt alles mit Osterwasser. Dabei spricht er den Spruch Glück ins Haus – Unglück hinaus aus, um böse Geister zu vertreiben.

Die Sommersonnenwende – Midhsumarblót – Mittsommerfest

Das Mittsommerfest findet zur Sommersonnenwende statt, danach wird das Allthing abgehalten. Im Jahreskreis ist das Mittsommerfest das erste absteigende Fest. Der Tod Baldurs kündigt sich nun an.

Das Sonnwendfeuer wird entweder auf Bergen oder an Kreuzwegen entzündet und soll die bösen Geister vertreiben. Die Paare durchspringen das Feuer und umtanzen es. Auch glühende Holzscheiben werden mit Hilfe eines Stabes ins Tal geschleudert. Mancherorts wird die Mittsommerstange aufgestellt, welche ein geschmücktes Rad mit Kreuz trägt.

Besonders geehrt werden an diesem Fest Baldur, Odin, Frigg und Thor. Auch Brunnen und Quellen werden geschmückt und das Mittsommerbad genommen.

Als Opfergaben zum Mittsommerfest sind besonders Pferdefleisch, Hühnerfleisch, Eier, Butter, Met und Bier geeignet.

Veröffentlicht in:  on Februar 24, 2009 at 8:07 Kommentar schreiben

Der heidnisch-germanische Festtagskalender

16. Julmond (08)
Jahresweihe
VM
Dagaz

31. Julmond
Hochjulfest
SM
Ingwaz

15. Hartung (09)
Disenfest
VM
Laguz

29. Hartung
Faselnächte
SM
Mannaz

13. Hornung
Rossopfer
VM
Ehwaz

28. Hornung
Nerthustag
SM
Berkana

15. Lenzing
Tius Sieg
VM
Tiwaz

29. Lenzing
Siegopfer / Ostern
SM
Sowilo

13. Ostermond
Baldursfest
VM
Algiz

29. Ostermond
Friggafest
SM
Perthro

13. Wonnemond
Maibaum
VM
Eihwaz

27. Wonnemond
Jahreshöhe
SM
Jera

11. Brachet
Baldurs Tod
VM
Isa

26. Brachet
Notfeuerdrehung
SM
Naudhiz

11. Heuert
Hagelschutzbitte
VM
Hagalaz

25. Heuert
Erntewonnen
SM
Wunjo

09. Ernting
Erntedankfeier
VM
Gebo

24. Ernting
Erdmutterabschied
SM
Kenaz

08. Scheiding
Ahnen-Rennspiele
VM
Raidho

23. Scheiding
Asen-Albenopfer
SM
Ansuz

05. Gilbhart
Trollnächte
VM
Thurisaz

22. Gilbhart
Urstieropfer
SM
Uruz

06. Nebelung
Perchtentreiben
VM
Ansuz

21. Nebelung
Mütternacht
SM
Othala

05. Julmond
Jahresweihe
VM
Dagaz

20. Julmond
Hochjulfest
SM
Ingwaz

VM = Vollmondfest
SM = Schwarzmondfest

Die wichtigsten Festlichkeiten sind jedoch die beiden Sonnenwenden, das Siegopfer (Ostern) und das Asen-Albenopfer.

Veröffentlicht in:  on at 8:03 Kommentar schreiben

Lebenskreise

Neben den Jahreskreisfeiern, welche im Laufe des Jahres gefeiert werden, feiern wir Heiden auch die Lebenskreisfeiern. Nachfolgend werden die germanisch-heidnischen Lebenskreisfeiern vorgestellt.

Die Wasserweihe (Ausa barn vatni – Ein Kind mit Wasser besprengen)

Die heidnische Form der Taufe, welche die Anerkennung des Kindes durch den Vater darstellt. Gemeinsam entscheiden dann die Eltern, welchem Ahnen das Kind am meisten ähnelt, und geben dem Kind dann meist auch den Namen des Ahnen. Das Kind wird dann einer Gottheit geweiht, während es mit dem Wasser besprengt wird.

Die Taufe findet am 10. Tag nach der Geburt statt, da sich die Nornen in den ersten 9 Nächten beim Kind einfinden und ihm das Schicksal in die Wiege legen.

Ein Opfer an die Nornen ist zur Taufe geboten.

Zum Ablauf:

Im Haus* der Familie liegt das Kind in seiner Wiege. Die Paten stehen rechts und links neben der Wiege. Die Eltern stehen vor der Wiege, und die Gäste hinter den Eltern, bzw. der Paten. Nun nimmt die Mutter das Kind aus der Wiege und reicht es dem Vater des Kindes. Der Vater nimmt das Kind in den Arm, besprengt es mit einem frischen Reisig mit frisch geschöpften Wasser aus einer (heiligen) Quelle und gibt dem Kind den gewählten Namen. Dabei wird das Kind einer Gottheit geweiht, unter dessen Schutz es sein Leben lang stehen soll. Danach übergibt der Vater das Kind wieder der Mutter, welche es wieder in die Wiege legt. Anschließend findet ein Blòt zu Ehren der gerufenen Gottheit und der Nornen statt, um dem Kind eine gesegnete Zukunft zu sichern. Die geopferten Speisen und Getränke sollten danach an einem heiligen Ort niedergelegt werden.

*Es kann auch ein Heiligtum oder ein Platz in der freien Natur sein.

Geburtstagsfest

Zum Geburtstagsfest werden die Nornen und die Schutzgottheit angerufen und ihnen geopfert. Nach der Bedankung für das zurückliegende Lebensjahr folgt eine Bitte um den Beistand für das folgende Lebensjahr.

Einweihung (Innvìgsla)

Die Einweihung der Jungen war früher vor Allem kriegerischer Natur, und meist mit der Kriegerweihe (später auch dem Ritterschlag) verbunden. Durchgeführt wurde diese Einweihung vom Sippen- oder Familienoberhaupt. Diese Einweihung in Verbindung mit der religiösen Einweihung beginnt mit dem 12. Lebensjahr, und dauert schließlich drei Jahre.

Nach Beendigung der dreijährigen Lehrzeit kommt ein dreitägiges Fastenritual, welches den jungen Mann dem heidnischen Glauben näherbringen soll. In diesen drei Tagen begibt sich der Initiant in ein Heiligtum oder einen Ort in der Natur seiner Wahl, und versucht in diesem Zeitraum weder zu schlafen noch zu essen. Zwischen zwei Feuern sitzend soll der Initiant dann den Kontakt zu den Göttern und zu seinen Fylgien finden.

Hernach folgt die Aufnahme des Initianten in die Thinggemeinschaft durch den Thingleiter. Der Thingleiter fragt hierbei die Anwesenden des Thinges ob irgendwelche Einwände gegen die Aufnahme des Initianten sprechen. Wenn dies nicht der Fall ist, so wird der Initiant als vollwertiges Mitglied in die Thinggemeinde aufgenommen.

Verlobung

Die Verlobung ist die Festigung zweier Brautleute und der beiden Sippen. Wenn beide Sippen damit einverstanden sind, wird die Mitgift ausverhandelt. Mit einem Handschlag zwischen dem Brautvater und dem Bräutigam wird dann der Verlobungsvertrag abgeschlossen. Mit einem Festigungsbier wird dann die Verlobung öffentlich bestätigt.

Hochzeit

Die Hochzeit findet normalerweise zu Fasnacht, im Mai oder zur Erntezeit statt. Gefeiert wird die Hochzeitszeremonie im Haus des Bräutigams, wobei jedoch zuvor an heiligen Stätten die Götter, Nornen und die Ahnen ebenfalls eingeladen werden. Der Vater der Braut oder ein Gode führt die Hochzeitszeremonie durch, welche aus der Brautweihe, dem Treuegelöbnis und der Eheweihe besteht. Anschließend finden Minnetrünke statt, und die Gastgeschenke werden gegeben.

Ein alter Brauch ist es, die anwesenden Gäste nach Einwänden gegen die Eheverbindung zu fragen.

Zur Brautweihe legt der Brautvater oder der Gode der Braut einen Hammer auf den Schoß und spricht eine Weiheformel. Damit soll die Braut vor bösem Zauber und Unholden geschützt werden.

Danach geben sich die Eheleute ein Treueversprechen und ihr Ja-Wort. Danach folgt der Tausch der Ringe als symbolische Fessel der Eheleute.

Zur Eheweihe hebt der Brautvater oder der Gode den Hammer hoch und spricht folgenden Spruch: „Die Heirat ersiege, Wotan. Weihe Donar.“ Nun schlägt der Brautvater oder der Gode den Hammer auf den Tisch. Ein Trinkhorn – der Göttin Vàr geweiht – wird den Eheleuten gereicht, welche es dann trinken.

Beerdigung und Totenfeier

Wenn ein Mensch stirbt, so werden seine Augen, der Mund und die Nasenlöcher geschlossen. Nachdem der Tote ausser Haus gebracht wurde, legt man ihn auf Stroh, und hält eine dreitägige Totenwache und betet. Eine Münze wird dem Toten unter die Zunge gelegt, damit er sein Fährgeld über den Gjöllfluß entrichten kann. Ob der Tote nun beerdigt oder verbrannt wurde, immer wurden dem Toten Grabbeigaben beigelegt.

Nach der Bestattung wird das dreitägige Erbmahl gehalten und das Erbbier getrunken. Der Haupterbe leert das Erbbier auf das Gedächtnis des Verstorbenen, und die Gäste leeren ihr Erbbier dann genauso. Nun wird auf die Götter und die Ahnen der Gäste in gleicher Weise getrunken. Beim Mahl wird ein Gedeck für den Verstorbenen freigelassen, denn die Toten kommen zum Erbmahl.

Veröffentlicht in:  on at 7:57 Kommentar schreiben

Jahreskreis

Der germanische Jahreskreis

Monatsnamen

Die alten Monatsnamen richteten sich nach dem Mond und den Sternen (in Bezug auf die Dauer) und vor Allem an der natürlichen Umwelt (in Bezug zur Namensgebung). Der Ursprung unseres deutschen Wortes Monat liegt im Worte Mond. Somit beteutet dieses Wort eigentlich nichts anderes als „dem Monde folgend“. Nachfolgend die Auflistung der Monate:

die_monatsnamen_und_

Veröffentlicht in:  on at 7:53 Kommentar schreiben

Kulte und Bräuche

Die germanischen Kulte und Bräuche im Jahreskreis

Unsere germanischen Ahnen verwendeten früher zwei verschiedene Kalendersysteme: Den Sonnenkalender (entspricht in etwa unserem heutigen Kalender) und den Mondkalender (der religiöse Kalender).

Der eigentliche Beginn des neuen Jahres ist im Asatru die Wintersonnenwende. Von da an erstarkt die Sonnenkraft wieder, und die Tage werden wieder länger. Da im Mondkalender noch zwölf Tage für die Anpassung an den Sonnenkalender fehlen, und die Tage nach der Wintersonnenwende als besonders magisch gelten, werden die zwölf Tage danach auch als Rauh- oder Mütternächte bezeichnet.

jolablot_-_das_julfe1

Das nächste Fest im Jahreskreis ist das Froblot (Die Fasnacht)

froblot_-_die_fasnac

Ostarablot – Osterfest

ostarablot_-_das_ost

Sigblot – Maifest

sigrblot_-_das_maife

Midhsumarblot – Mittsommerfest

midhsumarblot_-_mitt

Haustblot – Herbstfest/Erntedank

haustblot_-_das_herb

Vetrnottablot – Winternachtsopfer

vetrnottablot_-_das_

Veröffentlicht in:  on at 7:48 Kommentar schreiben