10. Thrymskvida oder Hamarsheimt – Thryms-Sage oder des Hammers Heimholung

Wild ward Wingthor als er erwachte
Und seinen Hammer vorhanden nicht sah.
Er schüttelte den Bart, er schlug das Haupt,
Allwärts suchte der Erde Sohn.
Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:
„Höre nun, Loki, und lausche der Rede:
Was noch auf Erden niemand ahnt,
Noch hoch im Himmel: mein Hammer ist geraubt.“
Sie gingen zum herrlichen Hause der Freyja,
Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:
„Willst du mir, Freyja, dein Federhemd leihen,
Ob meinen Miölnir ich finden möge?“
Freyja:
„Ich wollt es dir geben und war es von Gold,
Du solltest es haben und war es von Silber.“ -
Flog da Loki, das Federhemd rauschte,
Bis er hinter sich hatte der Asen Gehege
Und jetzt erreichte der Joten Reich.
Auf dem Hügel saß Thrym, der Thursenfürst,
Schmückte die Hunde mit goldnem Halsband
Und strählte den Mähren die Mähnen zurecht.
Thrym:
„Wie steht’s mit den Asen? wie steht’s mit den Alfen?
Was reisest du einsam gen Riesenheim?
Loki:
„Schlecht steht’s mit den Asen, mit den Alfen schlecht;
Hältst du Hlorridis Hammer verborgen?“
Thrym:
„Ich halte Hlorridis Hammer verborgen
Acht Rasten unter der Erde tief,
Und wieder erwerben fürwahr soll ihn keiner,
Er brächte denn Freyja zur Braut mir daher.“
Flog da Loki, das Federhemd rauschte,
Bis er hinter sich hatte der Riesen Gehege
Und endlich erreichte der Asen Reich.
Da traf er den Thor vor der Türe der Halle,
Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:
„Hast du den Auftrag vollbracht und die Arbeit?
Laß hier von der Höhe mich hören die Kunde.
Dem Sitzenden manchmal mangeln Gedanken,
Da leicht im Liegen die List sich ersinnt.“
Loki:
„Ich habe den Auftrag vollbracht und die Arbeit:
Thrym hat den Hammer, der Thursenfürst;
Und wieder erwerben fürwahr soll ihn keiner,
Er brächte denn Freyja zur Braut ihm daher.“ -
Sie gingen Freyja, die schöne, zu finden,
Und es war Thors Wort, welches er sprach zuerst:
„Lege, Freyja, dir an das bräutliche Linnen;
Wir beide wir reisen gen Riesenheim.“
Wild ward Freyja, sie fauchte vor Wut,
Die ganze Halle der Götter erbebte;
Der schimmernde Halsschmuck schoß ihr zur Erde:
„Mich mannstoll meinen möchtest du wohl,
Reisten wir beide gen Riesenheim.“
Bald eilten die Asen all zur Versammlung
Und die Asinnen all zu der Sprache:
Darüber berieten die himmlischen Richter,
Wie sie dem Hlorridi den Hammer lösten.
Da hub Heimdall an, der hellste der Asen,
Der weise war den Wanen gleich:
„Das bräutliche Linnen legen dem Thor wir an,
Ihn schmücke das schöne, schimmernde Halsband.
Auch laß er erklingen Geklirr der Schlüssel
Und weiblich Gewand umwalle sein Knie;
Es blinke die Brust ihm von blitzenden Steinen,
Und hoch umhülle der Schleier sein Haupt.“
Da sprach Thor also, der gestrenge Gott:
„Mich würden die Asen weibisch schelten,
Legt ich das bräutliche Linnen mir an.“
Anhub da Loki, Laufeyjas Sohn:
„Schweig nur, Thor, mit solchen Worten.
Bald werden die Riesen Asgard bewohnen,
Holst du den Hammer nicht wieder heim.“
Das bräutliche Linnen legten dem Thor sie an,
Dazu den schönen, schimmernden Halsschmuck.
Auch ließ er erklingen Geklirr der Schlüssel,
Und weiblich Gewand umwallte sein Knie;
Es blinkte die Brust ihm von blitzenden Steinen,
Und hoch umhüllte der Schleier sein Haupt.
Da sprach Loki, Laufeyjas Sohn:
„Nun muß ich mit dir als deine Magd:
Wir beide wir reisen gen Riesenheim.“
Bald wurden die Böcke vom Berge getrieben
Und vor den gewölbten Wagen geschirrt.
Felsen brachen. Funken stoben,
Da Odins Sohn reiste gen Riesenheim.
Anhob da Thrym, der Thursenfürst:
„Auf steht, ihr Riesen, bestreut die Bänke,
Und bringe Freyja zur Braut mir daher,
Die Tochter Niörds aus Noatun.
Heimkehren mit goldnen Hörnern die Kühe,
Rabenschwarze Rinder, dem Riesen zur Lust.
Viel schau ich der Schätze, des Schmuckes viel:
Fehlte nur Freyja zur Frau mir noch.“
Früh fanden Gäste zur Feier sich ein,
Man reichte reichlich den Riesen das Ael.
Thor aß einen Ochsen, acht Lachse dazu,
Alles süße Geschleckt, den Frauen bestimmt,
Und drei Kufen Met trank Sifs Gemahl.
Anhob da Thrym, der Thursenfürst:
„Wer sah je Bräute gieriger schlingen? -
Nie sah ich Bräute so gierig schlingen,
Nie mehr des Mets ein Mädchen trinken.“
Da saß zur Seite die schmücke Magd,
Bereit dem Riesen Rede zu stehn:
„Nichts genoß Freyja acht Nächte lang,
So sehr nach Riesenheim sehnte sie sich.“
Kußlüstern lüftete das Linnen der Riese;
Doch weit wie der Saal, schreckt er zurück:
„Wie furchtbar flammen der Freyja die Augen,
Mich dünkt es brenne ihr Bild wie Glut.“
Da saß zur Seite die schmucke Magd,
Bereit dem Riesen Rede zu stehn:
„Acht Nächte nicht genoß sie des Schlafes,
So sehr nach Riesenheim sehnte sie sich.“
Ein trat die traurige Schwester Thryms,
Die sich ein Brautgeschenk zu erbitten wagte.
„Reiche die roten Ringe mir dar,
Eh dich verlangt nach meiner Liebe,
Nach meiner Liebe und lautern Gunst.“
Da hob Thrym an, der Thursenfürst:
„Bringt mir den Hammer, die Braut zu weihen,
Legt den Miölnir der Maid in den Schoß
Und gebt uns zusammen nach ehlicher Sitte.“
Da lachte dem Hlorridi das Herz im Leibe,
Als der hartgeherzte den Hammer erkannte.
Thrym traf er zuerst, den Thursenfürsten,
Und zerschmetterte ganz der Riesen Geschlecht.
Er schlug auch die alte Schwester des Joten,
Die sich das Brautgeschenk zu erbitten gewagt.
Ihr schollen Schläge an der Schillinge Statt
Und Hammerhiebe erhielt sie für Ringe.

So holte Odins Sohn seinen Hammer wieder.

Veröffentlicht in:  on März 12, 2009 at 2:31 Kommentar schreiben

9. Ägisdrecka – Ägirs Trinkgelag

Ägir, der mit anderm Namen Gymir hieß, bereitete den Asen ein Gastmahl, nachdem er den großen Kessel erlangt hatte, wie eben gesagt ist. Zu diesem Gastmahl kam Odin und Frigg, sein Weib. Thor kam nicht, denn er war auf der Ostfahrt. Sif war zugegen, Thors Weib, desgleichen Bragi und Idun sein Gemahl. Auch Tyr war da, der nur eine Hand hatte, denn der Fenriswolf hatte ihm die andre abgebissen, als er gebunden wurde. Da war auch Niörd und Skadi, sein Weib, Freyr und Freyja, und Widar, Odins Sohn. Auch Loki war da und Freyrs Diener Byggwir und Beyla. Da waren noch viele Asen und Alfen.

Ägir hatte zwei Diener, Fimafeng und Eldir. Leuchtendes Gold diente statt brennenden Lichtes. Das Ael trug sich selber auf. Der Ort hatte sehr heiligen Frieden. Alle Gäste rühmten, wie gut Ägirs Leute sie bedienten. Loki, der das nicht hören mochte, erschlug den Fimafeng. Da schüttelten die Asen ihre Schilde und rannten wider Loki und verfolgten ihn in den Wald und fuhren dann zu dem Mahl. Loki kam wieder und sprach zu Eldir, den er vor dem Saale fand:
Sage mir, Eldir, eh du mit einem
Fuße vorwärts schreitest,
Was für Tischgespräche tauschen hier innen
Der Sieggötter Söhne?
Eldir:
Von Waffen reden und ruhmvollen Kämpfen
Der Sieggötter Söhne.
Asen und Alfen, die hier innen sind,
Keiner weiß von dir ein gutes Wort.
Loki:
Ein will ich treten in Ägirs Hallen,
Selber dies Gelag zu sehn.
Schimpf und Schande schaff ich den Asen
Und mische Gift in ihren Met.
Eldir:
Wisse, wenn du eintrittst in Ägirs Halle,
Selber dies Gelag zu sehn,
Und die guten Götter übergießest mit Schmach,
Gib acht, sie trocknen sie ab an dir.
Loki:
Wisse das, Eldir, wenn miteinander wir
In scharfen Worten streiten,
Üppiger werd ich in Antworten sein,
Was du auch zu reden weißt.

Da ging Loki in die Halle. Jene aber, die darinnen waren, als sie ihn eingetreten sahen, schwiegen alle still.
Loki:
Durstig komm ich in diese Halle
Loptr den langen Weg
Die Asen zu bitten, mir einen Trunk
Zu schenken ihres süßen Mets.
Warum schweigt ihr still, verstockte Götter,
Und erwidert nicht ein Wort?
Sitz und Stelle sucht mir bei dem Mahl,
Oder heißt mich hinnen weichen.
Bragi:
Sitz und Stelle suchen dir bei dem Mahl
Die Asen nun und nimmer.
Die Asen wissen wohl wem sie sollen
Anteil gönnen am Gelag.
Loki:
Gedenkt dir, Odin, wie in Urzeiten wir
Das Blut mischten beide?
Du gelobtest, nimmer dich zu laben mit Trank,
Würd er uns beiden nicht gebracht.
Odin:
Steh denn auf, Widar, dem Vater des Wolfs
Sitz zu schaffen beim Mahl,
Daß länger Loki uns nicht lästere
Hier in Ägirs Halle.

Da stand Widar auf und schenkte dem Loki. Als er aber getrunken hatte, sprach er zu den Asen:
Heil euch. Asen, Heil euch Asinnen,
Euch hochheiligen Göttern all,
Außer dem Asen allein, der da sitzt
Auf Bragis Bank.
Bragi:
Schwert und Schecken aus meinem Schätze zahl ich
Und einen Baug (Ring) zur Buße,
Daß du den Asen nicht Ärgernis gebest:
Mache dir nicht gram die Götter.
Loki:
Roß und Ringe, nicht allzureich doch
Weiß ich dich, Bragi, der beiden!
Von Asen und Alfen, die hier innen sind,
Scheut keiner so den Streit,
Flieht Geschosse keiner feiger.
Bragi:
Ich weiß doch, war ich draußen,
wie ich drinnen bin
Hier in Ägirs Halle,
Dein Haupt hätt ich in meiner Hand schon;
Also lohnt ich dir der Lüge.
Loki:
Sitzend bist du schnell, doch schwerlich leistest du’s,
Bragi, Bänkehüter!
Zum Zweikampf vor, wenn du zornig bist:
Der Tapfre sieht nicht um und säumt.
Idun:
Ich bitte dich, Bragi, bei deiner Gebornen
Und aller Wünschelsöhne Wohl,
Sprich zu Loki nicht mit lästernden Worten
Hier in Ägirs Halle.
Loki:
Schweig, Idun! Von allen Frauen
Mein ich dich die Männertollste:
Du legtest die Arme, die leuchtenden, gleich
Um den Mörder eines Bruders.
Idun:
Zu Loki sprech ich nicht mit lästernden Worten
Hier in Ägirs Halle;
Den Bragi sänft ich, den bierberauschten,
Daß er im Zorn den Zweikampf meide.
Gefion:
Ihr Asen beide, was ist’s, daß ihr euch
Mit scharfen Worten streitet?
Loptr träumt sich nicht, daß er betrogen ist,
Ihn hier die Himmlischen hassen.
Loki:
Schweig du, Gefion! sonst vergeß ich’s nicht
Wie dich zur Lust verlockte
Jener weiße Knabe, der dir das Kleinod gab,
Als du den Schenkel um ihn schlangst.
Odin:
Irr bist du, Loki, und aberwitzig,
Wenn du Gefion gram dir machst:
Aller Lebenden Lose weiß sie
Ebenwohl als ich.
Loki:
Schweig nur, Odin, ungerecht zwischen
Den Sterblichen teilst du den Streit:
Oftmals gabst du, dem du nicht geben solltest,
Dem schlechtem Manne den Sieg.
Odin:
Weißt du, daß ich gab, dem ich nicht geben sollte,
Dem schlechtem Manne den Sieg,
Unter der Erde acht Winter warst du
Milchende Kuh und Mutter
[Denn du gebarest da:
Das dünkt mich eines Argen Art].
Loki:
Du schlichest, sagt man, in Samsö umher
Von Haus zu Haus als Wala.
Vermummter Zauberer trogst du das Menschenvolk:
Das dünkt mich eines Argen Art.
Frigg:
Euer Geschicke solltet ihr nie
Erwähnen vor der Welt,
Was ihr Asen beide in Urzeiten triebet:
Die frühsten Taten bergt dem Volk.
Loki:
Schweig du, Frigg! Fiörgyns Tochter bist du
Und den Männern allzumild,
Die Wili und We als Widrirs Gemahlin
Beide bargst in deinem Schoß.
Frigg:
Wisse, hätt ich hier in den Hallen Ägirs
Einen Sohn wie Baldur schnell,
Nicht kämst du hinaus von den Asensöhnen,
Du hättest schon zu fechten gefunden.
Loki:
Und willst du, Frigg, daß ich ferner gedenke
Meiner Meintaten,
So bin ich schuld, daß du nicht mehr schauen wirst
Baldur reiten zum Rat der Götter.
Freyja:
Irr bist du, Loki, daß du selber anführst
Die schnöden Schandtaten.
Wohl weiß Frigg alles was sich begibt,
Ob sie schon es nicht sagt.
Loki:
Schweig du, Freyja, dich vollends kenn ich;
Keines Makels mangelst du;
Der Asen und Alfen, die hier inne sind,
Bist du jedes Buhlerin.
Freyja:
Deine Zunge frevelt; doch fürcht ich, daß sie dir
Wenig Gutes gellt.
Abhold sind dir die Asen und die Asinnen,
Unfröhlich fährst du nach Haus.
Loki:
Schweig du, Freyja, Gift führst du mit dir,
Bist alles Unheils voll.
Vor den Göttern umarmtest du den eigenen Bruder:
So böser Wind entfuhr dir, Freyja!
Niördr:
Die Schöngeschmückten, das schadet nicht,
Wählen Männer wie sie mögen;
Des Verworfnen Weilen bei den Asen wundert nur,
Der Kinder konnte gebären.
Loki:
Schweig du, Niörd, von Osten gesendet
Als Geisel bist du den Göttern.
Hymirs Töchter nahmen dich da zum Nachtgeschirre
Und machten dir in den Mund.
Niördr:
Des Schadens tröstet mich, seit ich gesendet ward
Fernher als Geisel den Göttern,
Daß mir erwuchs der Sohn, wider den niemand ist,
Der für den Ersten der Asen gilt.
Loki:
Laß endlich, Niörd, den Übermut,
Ich hab es länger nicht hehl:
Mit der eignen Schwester den Sohn erzeugtest du,
Der eben so arg ist wie du.
Tyr:
Freyr ist der beste von allen, die Bifröst
Trägt zu der hohen Halle:
Keine Maid betrübt er, keines Mannes Weib,
Einen jeden nimmt er aus Nöten.
Loki:
Schweig du, Tyr! Du taugst zum Kampfe nicht
Zu gleicher Zeit mit zweien.
Deine rechte Hand ist dir geraubt,
Fenris fraß sie, der Wolf.
Tyr:
Der Hand muß ich darben; so darbst du Fenris.
Eins ist schlimm wie das andre;
Auch der Wolf ist freudenlos: gefesselt erwartet er
Der Asen Untergang.
Loki:
Schweig du, Tyr! Deinem Weibe geschah’s,
Daß sie von mir ein Kind bekam.
Nicht Pfenningsbuße empfingst du für die Schmach:
Habe dir das, du Hahnrei!
Freyr:
Gefesselt liegt Fenris vor des Flusses Ursprung
Bis die Götter vergehen.
So soll auch dir geschehn, wenn du nicht schweigen wirst
Endlich, Unheilschmied.
Loki:
Mit Gold erkauftest du Gymirs Tochter
Und gabst dem Skirnir dein Schwert.
Wenn aber Muspels Söhne durch Myrkwid reiten,
Womit willst du streiten. Unselger?
War ich so edeln Stamms als Ingunar Freyr,
Und hätte so erhabnen Sitz,
Morscher als Mark malmt ich dich, freche Krähe,
Und lähmte dir alle Gelenke.
Loki:
Was ist Winziges dort, das ich wedeln sehe
Nach Speise schnappend?
Dem Freyr in die Ohren bläst es immerdar,
Und müht sich mit Mägdearbeit.
Byggwir:
Byggwir bin ich, bieder rühmen mich
Die Asen all und Menschen.
Behende helf ich hier, daß Hropts Freunde trinken
Ael in Ägirs Halle.
Loki:
Schweig du, Byggwir, übel verstehst du
Der Männer Mahl zu ordnen.
Unterm Bettstroh verbargst du dich feige,
Wenn es zum Kampfe kam.
Heimdal:
Trunken bist du, Loki! vertrankst den Verstand:
Laß endlich ab, Loki,
Denn im Rausche reden die Leute viel
Und wissen nicht was.
Loki:
Schweig du, Heimdal! In der Schöpfung Beginn
Ward dir ein leidig Los.
Mit feuchtem Rücken fängst du den Tau auf
Und wachst der Götter Wärter!
Skadi:
Lustig bist du, Loki; doch lange magst du nicht
Spielen mit losem Schweif,
Da auf die scharfe Kante des kalten Vetters bald
Mit Därmen dich die Götter binden.
Loki:
Wenn auf die scharfe Kante des reifkalten Vetters
Sie mich mit Därmen binden bald,
So war ich der erste und auch der eifrigste,
Als es Thiassi zu töten galt.
Skadi:
Warst du der erste und auch der eifrigste,
Als es Thiassi zu töten galt,
So soll aus meinem Hof und Heiligtum
Immer kalter Rat dir kommen.
Loki:
Gelinder sprachst du zu Laufeyjas Sohn,
Als du mich auf dein Lager ludst.
Dessen gedenk ich nun, da es genauer gilt
Unsre Meintaten zu melden.

Da trat Sif vor und schenkte dem Loki Met in den Eiskelch und sprach:
Heil dir nun, Loki, den Eiskelch lang ich dir
Firnen Metes voll,
Daß du mich eine doch von den Asenkindern
Ungelästert lassest.

Jener nahm den Kelch, trank und sprach:
Du einzig bliebest verschont, wärest du immer keusch
Und dem Gatten ergeben gewesen.
Einen weiß ich und weiß ihn gewiß,
Der auch den Hlorridi zum Hahnrei machte.
[Und das war der listige Loki.]
Beyla:
Alle Felsen beben, von der Bergfahrt kehrt
Hlorridi heim.
Zum Schweigen bringt er den, der hier mit Schmach belädt
Die Götter all und Gäste.
Loki:
Schweig du, Beyla! du bist Byggwirs Weib
Und aller Untat voll.
Kein ärger Ungeheuer ist unter den Asenkindern,
Ganz bist du mit Schmutz besudelt.

Da kam Thor an und sprach:
Schweig, unreiner Wicht, sonst soll mein Hammer
Miölnir den Mund dir schließen.
Vom Halse hau ich dir die Schulterhügel,
Daß dich das Leben läßt.
Loki:
Der Erde Sohn ist eingetreten:
Nun kannst du knirschen, Thor;
Doch wenig wagst du, wenn du den Wolf bestehen sollst,
Der den Siegvater schlingt.
Thor:
Schweig, unreiner Wicht, sonst soll mein Hammer
Miölnir den Mund dir schließen.
Oder auf gen Osten werf ich dich,
Daß kein Mann dich mehr erschaut.
Loki:
Deine Ostfahrten würden unbesprochen
Allzeit besser bleiben,
Seit im Däumling du, Kämpe, des Handschuhs kauertest
Und selbst nicht meintest Thor zu sein.
Thor:
Schweig, unreiner Wicht, sonst soll mein Hammer
Miölnir den Mund dir schließen.
Mit Hrungnirs Töter trifft diese Hand dich
Und bricht dir alle Gebeine.
Loki:
Noch lange Jahre zu leben denk ich
Trotz deiner Hammerhiebe.
Hart schienen dir Skrymirs Knoten;
Du mußtest der Mahlzeit darben,
Ob du vor Heißhunger vergingst.
Thor:
Schweig, unreiner Wicht, sonst soll mein Hammer
Miölnir den Mund dir schließen.
Hrungnirs Töter schickt dich zu Hel hinab
Hinter der Toten Gittertor.
Loki:
Ich sang vor Asen, sang vor Asensöhnen
Was ich auf dem Herzen hatte.
Nun wend ich mich weg: dir weich ich allein,
Denn ich zweifle nicht, daß du zuschlägst.
Ein Mahl gabst du, Ägir; nicht mehr hinfort
Wirst du die Götter bewirten.
All dein Eigentum, das hier innen ist,
Frißt die Flamme
Und raschelt dir über den Rücken.

Darauf nahm Loki die Gestalt eines Lachses an und entsprang in den Wasserfall Franang. Da fingen ihn die Asen und banden ihn mit den Gedärmen seines Sohnes Nari. Sein anderer Sohn Narfi aber wurde in einen Wolf verwandelt. Skadi nahm eine Giftschlange und hing sie auf über Lokis Antlitz. Der Schlange entträufelte Gift. Sigyn, Lokis Weib, setzte sich neben ihn und hielt eine Schale unter die Gifttropfen. Wenn aber die Schale voll war, trug sie das Gift hinweg: unterdessen träufelte das Gift in Lokis Angesicht, wobei er sich so stark wand, daß die ganze Erde zitterte. Das wird nun Erdbeben genannt.

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8. Hymiskvida – Die Sage von Hymir

Einst nahmen die Walgötter die erwaideten Tiere
Zu schlemmen gesonnen noch ungesättigt:
Sie schüttelten Stäbe, besahen das Opferblut,
Und fanden, Ägirn fehle der Braukessel.
Saß der Felswohner froh wie ein Kind,
Doch ähnlich eher der dunkeln Abkunft.
Ihm in die Augen sah Odins Sohn:
„Gib alsbald den Göttern Trank.“
Der Ungestüme schuf Angst dem Riesen;
Doch rasch erdachte der Rach an den Göttern:
Er ersuchte Sifs Gatten: „Schaff mir den Kessel,
So brau ich alsbald das Bier euch darin.“
Den mochten nicht die mächtigen Götter
Irgendwo finden, die Fürsten des Himmels,
Bis Tyr dem Hlorridi getreulich sagte,
Ihm allein, Auskunft und Rat:
„Im Osten wohnt der Eliwagar
Der hundweise Hymir an des Himmels Ende.
Einen Kessel hat mein kraftreicher Vater,
Ein räumig Gefäß, einer Raste tief.“
Meinst du, den Saftsieder sollten wir haben.? -
„Mit List gelingt es ihn zu erlangen.“
Sie fuhren schleunig denselben Tag
Von Asgard hin zu des Übeln Haus.
Selbst stallt er die Böcke, die stattlich gehörnten;
Sie eilten zur Halle, die Hymir bewohnte.
Der Sohn fand die Ahne, die er ungern sah;
Sie hätte der Häupter neunmal hundert.
Eine andre kam allgolden hervor,
Weißbrauig, und brachte das Bier dem Sohn.
„Verwandte der Riesen, ich will euch beide,
Ihr kühnen Männer, unter Kesseln bergen.
Manches Mal ist mein Geselle
Gästen gram und grimmen Mutes.“
Der übel Gesinnte spät abends kam,
Der hartmutge Hymir, heim von der Jagd.
Er ging in den Saal, die Gletscher dröhnten;
Ihm war, als er kam, der Kinnwald gefroren.
„Heil dir, Hymir, sei hohen Muts:
Der Sohn ist gekommen in deinen Saal,
Den wir erwartet von langem Wege.
Ihm folgt hierher der Freund der Menschen,
Unser Widersacher, Weor genannt.
Du siehst sie sitzen an des Saales Ende,
So bangen sie, daß die Säule sie birgt“,
Die Säule zersprang von des Riesen Sehe,
Und entzweigebrochen sah man den Balken.
Acht Kessel fielen, und einer nur,
Ein hart gehämmerter, kam heil herab.
Vorgingen die Gäste; der graue Riese
Faßt ins Auge den Feind sich scharf.
Wenig Gutes sagte der Geist ihm voraus,
Als der Thursenbetrüber in den Vorsaal trat.
Da sah man Stiere drei geschlachtet,
Die alsbald zu braten gebot der Riese.
Man ließ um den Kopf sie kürzen beide
Und setzte sie zum Sieden ans Feuer.
Sifs Gemahl, eh er schlafen ging,
Zwei Ochsen Hymirs verzehrt er allein.
Da schien dem grauen Gesellen Hrungnirs
Hlorridis Mahlzeit so mäßig nicht:
„Nun müssen wir drei uns morgen Abend
Mit des Waidwerks Gewinn selber bewirten.“
Bereit war Weor ins Wasser zu rudern,
Wenn der kühne Jötun den Köder gäbe.
„Geh hin zur Herde, wenn du das Herz hast,
Zerschmetterer des Berggeschlechts, und suche den Köder.
Ich weiß gewiß, dir wird nicht schwer
Die Lockspeise vom Stier zu erlangen.“
Zum Walde wandte sich Weor alsbald:
Da fand er stehen allschwarzen Stier.
Der Thursentöter, abbrach er dem Tiere
Der beiden Hörner erhabnen Sitz.
„Im Schaffen scheinst du schlimmer um vieles,
Lenker der Kiele, als in bequemer Ruh.“
Da bat der Böcke Gebieter den Affengott,
Ferner in die Flut das Seeroß zu führen.
Aber der Jötun gab ihm zur Antwort,
Ihn lüste wenig noch länger zu rudern.
Da hob am Haken Hymir der starke
Zwei Walfische aus den Wellen allein.
Am Steuer inzwischen Odins Erzeugter,
Festigte listig ein Fischseil Weor.
An die Angel steckte der Irdischen Gönner
Als Köder den Stierkopf zum Kampf mit dem Wurm.
Gähnend haschte der gottverhaßte
Erdumgürter nach solcher Atzung.
Tapfer zog Thor der gewaltige
Den schimmernden Giftwurm zum Schiffsrand auf.
Das häßliche Haupt mit dem Hammer traf er,
Das felsenfeste, dem Freunde des Wolfs.
Felsen krachten, Klüfte heulten,
Die alte Erde fuhr ächzend zusammen:
Da senkte sich in die See der Fisch.
Nicht geheuer war’s auf der Heimkehr dem Riesen:
Der starke Hymir verstummte ganz;
Wider den Wind nur wandt er das Ruder:
„Willst du die Hälfte haben der Arbeit:
Entweder die Walfische zur Wohnung tragen,
Oder das Boot fest binden am Ufer?“
Hlorridi ging und ergriff am Steven,
Ohn erst auszuschöpfen das Schiff erfaßt er
Allein mit Rudern und Schöpfgerät;
Trug auch die Fische des Thursen heim
In das kesselgleiche Berggeklüft.
Aber der Jötun wie immer trotzig,
Mit Thor um die Stärke stritt er aufs neu:
Der Macht ermangle der Mann, wie er rudre,
Könn er dort den Kelch nicht zerbrechen.
Als der dem Hiorridi zu Händen kam,
Zerstückt er den starrenden Stein damit:
Sitzend schleudert er durch Säulen den Kelch;
In Hymirs Hand doch kehrt er heil.
Aber die freundliche Frille lehrt ihn
Wohl wichtgen Rat: sie wußt ihn allein:
„Wirf ihn an Hymirs Haupt: härter ist das
Dem kostmüden Jötun als ein Kelch mag sein.“
Der Böcke Gebieter bog die Knie
Mit aller Asenkraft angetan:
Heil dem Hünen blieb der Helmsitz;
Doch brach alsbald der Becher entzwei.
„Die liebste Lust verloren weiß ich,
Da mir der Kelch vor den Knien liegt.
Oft sagt ich ein Wort; nicht wieder sag ich’s
Von heut an je; zu heiß ist der Trank!
Noch mögt ihr versuchen ob ihr Macht habt,
Aus der Halle hinaus zu heben die Kufe.“
Zwei Mal ihn zu rücken mühte sich Tyr:
Des Kessels Wucht stand unbewegt.
Aber Modis Vater erfaßt ihn am Rand,
Stieg vom Estrich in den untern Saal.
Aufs Haupt den Hafen hob sich Sifs Gemahl;
An den Knöcheln klirrten ihm die Kesselringe.
Sie fuhren lange eh lüstern ward
Odins Sohn sich umzuschauen:
Da sah er aus Höhlen mit Hymir von Osten
Volk ihm folgen vielgehauptet.
Da harrt er und hob den Hafen von den Schultern,
Schwang den mordlichen Miölnir entgegen
Und fällte sie all, die Felsungetüme,
Die ihn anliefen in Hymirs Geleit.
[Sie fuhren nicht lange, so lag am Boden
Von Hlorridis Böcken halbtot der eine.
Scheu vor den Strängen schleppt er den Fuß:
Das hatte der listige Loki verschuldet.
Doch hörtet ihr wohl (wer hat davon
Der Gottesgelehrten ganze Kunde?),
Welche Büß er empfing von dem Bergbewohner:
Den Schaden zu sühnen gab er der Söhne zwei.]
Kraftgerüstet kam er zum Göttermahl
Und hatte den Hafen, den Hymir besessen.
Daraus sollen trinken die seligen Götter
Ael in Ägirs Haus jede Leinernte.

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Niflheim – Welt des Eises

Niflheim (Nifhel, Nifelheim, Niflheimr, nord. „Nebelwelt”) ist der Raum des Nebels und Eises, der Finsternis und Kälte und Stätte der Gestorbenen. Hier herrscht die Totengöttin Hel.

In der Urzeit ist Niflheim wie auch das warme Muspellheim noch vor der Schöpfung entstanden und liegt nördlich der Schlucht Ginnungagap. Nach Niflheim erstreckt sich eine der Wurzeln der Esche Yggdrasill. Im Zentrum von Niflheim liegt die Quelle Hvergelmir.

Zwölf Ströme entspringen dieser Hvergelmir, derjenige, der nächst der Wohnung der Göttin Hel liegt, ist Gjoell. Ähnlich dem griechischen Hades oder Erebos oder dem römischen Orcus wurde aus der persönlich gedachten Gottheit des Todes die Vorstellung von einem Aufenthaltsort der Toten entwickelt.

Den Eingang in diese finstere Welt dunkler Täler und ewiger Nacht und Kälte bewohnten die Dunkelelben. Als einziger matter Glanz glimmert hier und da leuchtendes Gold.

In diese finsterste der neun germanischen Welten stieg der weise Riese Wafthrudnir herab und gewann so die Runenweisheit (Edda, Wafthrudnirlied 43). Auch Odin starb an Yggdrasil einen Opfertod, um sich dieses Wissen zu erwerben.

Mit der Christianisierung wurde Niflheim (oder Hel, Helheim) der Hölle gleichgesetzt. Im Unterschied zur christlichen Vorstellung war Niflheimr zwar ein keineswegs sonderlich schöner Ort, ebensowenig aber Ort der Strafe und der Qualen. Demgemäß gelangte jeder Mensch nach seinem Tod hierher, nicht allein die bösen Sünder. Ausnahmen waren nur diejenigen gefallenen Krieger, die von den Walküren direkt zu Odin und Freya nach Walhall und Folkwang getragen wurden. Auch den auf See ertrunkenen wurde ein gesondertes Schicksal zu teil, sie wurden im Totenreich der Meeresgöttin Ran aufgenommen.
nastrond

Veröffentlicht in:  on Februar 28, 2009 at 6:59 Kommentar schreiben

Jötunheim – Welt der Riesen

Jötunheimr (nord. „Welt der Riesen”) Im Weltbild der nordischen Mythologie ist Jötunheim der Wohnort der Riesen Jötunn.

Jötunheim bildet einen Teil von Utgard oder Jötunheim ist sein Hauptsitz (Cotterell 1999, S. 202). Es liegt am Ende der Himmelswölbung, entweder am Ende des Ozeans, im Osten oder im nordöstlich der Menschenwelt Midgard oder der Götterwelt Asgard.

Vom Land der Götter (Asgard) ist das Land der Riesen durch den Grenzfluß Ifing abgetrennt (Wafthrudnirlied, 16).

Es ist ein im Norden gelegenes kaltes und schneebedecktes Land, für den Menschen bedrohlich und lebensfeindlich. Das Klima bestimmen Schneestürme und tiefhängende Wolken.

Die feindlich gesinnten Jötunn sollen von hier aus eisige Winde gesandt haben, die in der Menschenwelt die im Frühjahr sprießenden Knospen abtöteten.

Aus Jötunheim sollen einst Frauen gekommen sein, zu deren Ankunft das Goldene Zeitalter endete (Gylfaginning, 14).

Jotunheimen heißt ein Gebirgsmassiv in Norwegen. Zwischen Nordfjord, Sognefjord und Gudbrandstal liegt dieses stark vergletscherte Gebirge, dessen Gipfel Glittertind 2410m erreicht.
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Schwarzalbenheim – Zwergenwelt

Schwarzalbenheim, Schwarzelbenheim oder Svartalfheim ist das Reich der Zwerge.

Als Wohnort der Dvergr (Zwerge) gilt auch oft Nidavellr, diese Welten sind eventuell identisch.
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Midgard – Welt der Mitte

Midgard (altnord. Miðgarð, „Wohnort in der Mitte“, „Mittewelt”, „-raum”, Mittelerde von mid „Mitte” und gard „Erde”, „Heim”) Die Erdenwelt und das Wohngebiet der Menschen. Midgard ist das Zentrum der Welt.

Midgard liegt in der Mitte der Welten, der Weg vom Himmel zur Erde ist der Regenbogen Bifröst (Gylfaginning, 13). Alle Welten sind zudem durch die Esche Yggdrasill verbunden. Am Rande liegt Utgard, oberhalb von Midgard die Götterwelt Asgard und unten befindet sich Niflheim. Im Norden wird Midgard von der Eiswelt, im Süden vom Feuerland begrenzt.

Erbauer Midgards sind die Söhne Buris, also die Asen Odin, Vili und Ve (Völuspá, 4). Sie erbauten Midgard aus dem Körper des erschlagenen Urriesen Ymir (Grimnirlied, 38) und machten es zur Menschenwelt.
Midgard ist von Bergen umgeben und vom Weltmeer umspült. In diesem liegt die Midgardschlange, die ringsherum reicht.
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Wanaheim – Reich der Wanen

Wanaheim (Wanenheim, nord „Heim der Wanen”) ist der Wohnort der Wanen, der Fruchtbarkeitsgötter. Der Herrscher ist der Wane Njörd.

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Muspellheim – Welt des Feuers

Muspellheim (Muspelheimr, Muspelheim, nord. „Welt des Muspell”) ist der Raum des Feuers, der Wärme und der Helle zur Urzeit vor der Schöpfung. Muspellheim ist noch vor dem kalten Niflheim entstanden und lag südlich von Ginnungagap.

Die aus Muspellheim aufsteigende Hitze ließ das Eis von Niflheim schmelzen, was zur Entstehung des Riesen Ymir führte. Andere Funken wurden von den Göttern als Gestirne an den Himmel geheftet.

Herr von Muspellheim ist in späterer Zeit der Feuerriese Surtr, der zu Ragnarök die Brücke Bifröst unter seinen Tritten zum Einsturz bringt.

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(von mu „Erde, Volk” und spell „Schaden, Verderben”) Muspell ist als personifiziertes Feuer der Feuerriese (Thurs), der das Schiff Naglfar besitzt. Die Muspellsöhne (Muspellzsynir) gelten als seine Söhne oder sein Gefolge.

Welt des Muspell ist das feurige Muspellheim.

Zum Ende der Welt Ragnarök werden die Muspellsöhne gegen Asgard zu Felde ziehen. Vielleicht ist Muspell identisch mit Surtr oder Muspell meint als Begriff „Weltende durch Feuer” und Muspels Sohn ist Surtr.

Das althochdeutsche Gedicht Muspilli aus dem neunten Jahrhundert handelt von diesen letzten Dingen.
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Alfheimr – Wohnort der Alben

Alfheimr (Alfheim, Lichtalfheim „Albenheim“, „Lichtelfenheim“) ist der licht glänzende Wohnort der Alben.

Alfheimr oder Lichtelbenheim soll nahe von Asgard oder Midgard liegen, oder sogar in einem dieser Welten. Als Herrscher über Albenheim nennt das Grimnirlied den Gott Freyr.

Die Dunkelalben und Zwerge sollen in Svartalfheim hausen.

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